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Orgosolo

Provinz Nuoro — Barbagia di Ollolai

Die traditionelle Tracht von Orgosolo

Orgosolo, auf Sardisch Orgòsolo, liegt an den Hängen des Supramonte im Herzen der Barbagia di Ollolai, in der Provinz Nuoro. Das weltweit für seine politischen Wandmalereien bekannte Dorf bewahrt ein traditionelles Kostüm von außerordentlicher Komplexität: drei weibliche Varianten, die dem Personenstand der Frau entsprechen, und eine Männertracht von unverwechselbarem Charakter — beide lebendige Ausdrucksformen barbarizinischer Identität.

Frauentracht

Su vistire de isposa (Brautkleid) ist die aufwendigste Variante. Die Frisur wird von sa caretta geträgen, einem grünen Brokatnetz aus Seiden-, Gold- und Silberfäden, darüber wird su lionzu gewickelt — ein ockergelbes Rohseidenband, mit Safran kalt gefärbt, das sa chintura der Haartracht bildet. Das Hemd, sa camisa, aus feinem weißem Baumwollstoff trägt sa collana, eine Nadelstickerei am Kragen; es wird mit sos buttones (Manschettenknöpfe aus Goldfiligran) und su fermalliu (Goldbrosche mit Aquamarin) sowie sos ventallos (hängende Ohrringe) geschlossen. Darüber trägt man su zippone, eine Jacke aus rotem Wollstoff mit blauem Satinrand und Seidenstickerei — die sogenannten zippones cun sas puntas fioridas. Das Mieder, sas palas, ist aus grauem Rohleinen, gefüttert mit schwarzem Seidensatin, mit rotem Tuch und schwarzem Brokatsamt verbrämt, ergänzt durch sa perla, ein Futterteil aus Barchent mit gelbem Bändchen. Die Röcke sind drei: su saittu ruviu (brauner Orbace mit rotem Saum) und su saittu virde (brauner Orbace mit grünem Saum) sind die gefalteten Unterröcke; sa beste ist der dunkelblaue Außenrock mit grünem Saum. Die Schürze, s’antalena, aus schwarzer Seide ist in drei Abschnitte gestickt: su telu in grünem und rotem Brokatello, sos lizos (stilisierte Lilien und Lotus-Motive) und ein geometrisches sa collana-Bordürenmuster.

Su vistire de vahanza (Tracht der Unverheirateten) ist schlichter: eine grüne Brokathäube, ein brauner Tibetschal, ein schlichtes weißes Baumwollhemd, eine rote Wolljacke, ein graues mit schwarzem Satin gefüttertes und mit rotem Tuch verbrämtes Mieder sowie ein brauner Orbacerock mit grünem Saum.

Su vistire de viuda (Witwentracht) übernimmt die Struktur des Brautkleids, setzt jedoch alle Elemente in Schwarz um: ein einziger Rock aus schwarzem Orbace mit schwarzem Samtrand, kein Schmuck, s’antalena nur mit drei schlichten schwarzen Satinstreifen ohne Stickerei, und das Hemd ohne Spitze.

Männertracht

Su vistire de vahanzu (Tracht der jungen Unverheirateten) wird von su zippone geprägt, einer Jacke aus rotem Wollstoff mit blauen Samteinlagen — sas pinnas — und einem eckigen Ausschnitt aus blauem Satin mit gelber Stickerei. Sa berritta ist die röhrenförmige schwarze Wollmütze von etwa 90 cm, ein Symbol der barbarizinischen Tradition. Das Hemd, sa camisa, ist aus weißem Baumwollstoff mit besticktem Kragen und Manschetten sowie Gold-Granat-Knöpfen. Sos cartzones, weiße Baumwollhosen bis zur Wadenmitte, werden über den Gamaschen getragen. Sa vraha ist der kurze gefaltete schwarze Orbacerock mit Samteinlagen; s’arthas sind schwarze Orbace-Gamaschen mit Lederriemen; sas isharpas schwarze Lederstiefeletten. Der Gürtel, sa vrentera, ist aus braunem Leder mit roten und grünen Brokateinsätzen und Seitentaschen.

Schmuck und Accessoires

Der Damenschmuck von Orgosolo ist in der handwerklichen Goldfiligrantradition verwurzelt. Sos buttones sind Manschettenknöpfe aus Goldfiligranblech; su fermalliu ist eine ovale Goldbrosche mit zentralem Aquamarin aus der gleichen Zeit. Zu den Ringen gehören: aneddu ‘e puntas, Gold mit Terkürsen in sechseckiger Anordnung; aneddu cara ‘e coraddu, Gold mit Koralle; sowie ein dritter Goldring mit Karneol. Sos ventallos (hängende Ohrringe) und su oro (Goldgliederkette) vervollständigen den Brautschmuck.

Dominante Farben

Schwarz, Rot, Grün, Gold

Hauptstoffe

Orbace, Seide, Brokat

Veranstaltungen in Orgosolo

  • 17.–18. Oktober
    Autunno in Barbagia Los →

Traditionelle Tänze von Orgosolo

Ballu Tundu (Mundharmonika)

Der Gemeinschaftstanz schlechthin. Die Teilnehmer halten sich an den Händen (a pitzicu) und bilden einen Kreis um die Musiker oder Sänger in der Mitte. Die wellenförmige rhythmische Bewegung mit Schritten und Hüpfern im Einklang schafft eine starke Kohäsion in der Gruppe.

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Ballu Tundu (Tenore-Gesang)

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Dillaru

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Passu Torrau

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