Die Traditionelle Tracht von Samassi
Samassi, auf Sardisch Samàssi, ist eine Gemeinde im Campidano di Cagliari, in der Provinz Sud Sardegna. Das etwa 38 km von Cagliari entfernte und vom Fluss Mannu durchquerte Dorf ist eines der produktivsten landwirtschaftlichen Zentren des Campidano, bekannt insbesondere für den Anbau von Artischocken. Der Ortsname ist etymologisch unsicher: Eine Hypothese verbindet ihn mit dem phönizischen Sonnengott Shamash, eine andere mit einer paläosardischen Wurzel, die auf die hydrografischen Merkmale des Gebiets zurückgeht.
Frauentracht
Su Bistiri Bonu de Imbodrau — Das Kleid verdankt seinen Namen dem Rockstoff, der im gesamten Campidano verbreitet war, unterscheidet sich jedoch in seiner Schnittweise: im oberen Teil eng gefaltet und nach unten hin in breiteren Falten auslaufend, mit seidenen Bändern und Fransen verziert. Die Tracht besteht aus dem Rock (sa gunnedda), dem Korsett (is pabas) aus Brokat mit Bändern, Kokarden und silberner Posamentierschnur (su tremi tremi), dem weißen Baumwollhemd (sa camisa) sowie der Schürze aus gemusterter Seide in verschiedenen Farben (su davantagliu), die mit farbiger Spitze gesäumt wurde. Auf der Brust trug man su muncadori ‘e tzugu, ein seidenes Tuch oder Schultertuch, das die Brust bedeckte. Den Kopf schmücken seidene Tücher und/oder Schals.
Bistiri de Indiana — Das einfachere Frauenkleid, gekennzeichnet durch einen in der Taille gerafft bedruckten Baumwollrock (indiana) und eine schlichte Baumwollschürze desselben Stoffs; es konnte sowohl mit dem Hemd als auch mit dem kurzen Jackett (su gipoi) getragen werden. Den Kopf bedeckten Baumwolltücher oder su muncandori mannu.
Männertracht
Die Männertracht spiegelt die Mode des Medio Campidano wider: cratzonis de arroda und die schwarze Orbace-Weste (su cropettu), cratzonis de linu aus weißem Leinen, das Hemd (sa camisa) aus Leinen oder weißer Baumwolle sowie Jacke und Wickelgamaschen (is cratzas) aus schwarzem Orbace. Den Kopf bedeckte sa berritta oder ein Borsalino-Hut. Schaf- oder Ziegenlederwesten (sa ‘esti e peddi) wurden ebenfalls getragen.
Su Bistiri Scrallau — Trachten nach dem Aquarell von Nicola Benedetto Tiole, datierbar zwischen 1819 und 1826. Die Frauentracht zeigt einen Rock und eine Paneelschürze aus rotem Tuch oder Orbace, ein in puntu vanu besticktes weißes Baumwollhemd, ein gemustertes Samtjackett mit Dreiviertelsärmeln sowie einen Musselinschleier, der den Kopf bedeckt. Die Männertracht entspricht der im gesamten Campidano üblichen; darüber werden ein Lederschurz (su collettu) und ein Mantel (su gabbanu) aus schwarzem Orbace mit rotem/braunem Samtbesatz getragen.
Eine zweite Variante der Frauentracht wurde 1841 von Jean Baptiste Barla dargestellt. Der Rock bleibt aus rotem Tuch oder Orbace, während Schürze und Jackett aus gemusterter Seide gearbeitet sind; den Kopf bedeckt ein großes bedrucktes Baumwolltuch.
Dominante Farben
Rot, Blau, Weiß, Schwarz, Grün
Hauptstoffe
Brokat, Seide, Baumwolle, Orbace, Samt, Leinen, Leder